Barrierefreies Bauen und Wohnen

Neben dem klassischen Gedanken barrierefrei mit behinderten-gerecht und/oder Krankheit gleichzusetzen ist heute mehr und mehr klar barrierefreies Bauen und Wohnen bedarf vielfach keiner Sonderkonstruktion. Eine umfassende und selbstverständlich barrierefreie Gestaltung des allgemeinen Lebensumfeldes ist ein erstrebenswertes Ziel und trägt zum Wohlfühlen bei. Eben gerade auch für Menschen ohne Handicap. Eine ebenerdige Duschkabine ist heute Lebensqualität, wie das gezielte Einsetzen von Farbe und Tageslicht anpassende Leuchtmittel.

Aber auch im klassischen Bereich wird verkannt, dass mehr Menschen, als man gemeinhin denkt, ein körperliches Handicap haben. Und dieses Handicap eben nicht aus einer Krankheit heraus entsteht, sondern durch die natürliche individuelle Einschränkungen "Alter".

Krankheit plant man nicht, man muss ihr begegnen. Aber der Einschränkung im Alter kann man frühzeitig begegnen.

Viele leiden unter eingeschränkter Beweglichkeit, sind gar an den Rollstuhl gebunden oder dauerhaft bettlägerig. Hinzu kommt, dass die Wohnung in der man lebt, den daraus resultierenden Erfordernissen oft wenig oder gar nicht entspricht: es gibt Stolperfallen an der Wohnungstür und den Übergängen von einem Zimmer zum anderen, die Türen sind zu schmal, die Einstige in Badewanne und Duschkabine viel zu hoch, scharfe Kanten und spitze Ecken verursachen bei Kontakt manchmal mehr als einen blauen Flecken. Solche Hindernisse können natürlich auch jungen und gut beweglichen Menschen zum Verhängnis werden – im Prinzip sollte eine hindernisfreie Wohnung also im Interesse eines jeden liegen.

Die Kreishandwerkerschaft Wiesbaden-Rheingau-Taunus – Dachorganisation von 16 Innungen mit mehr als 900 Mitgliedsbetrieben – hat auf diese Situation bereits 2005 aktiv reagiert und bildet mit Hilfe renommierter Gastdozenten Betriebsleiter und deren Mitarbeiter in Sachen Barrierefreies Bauen und Wohnen aus. In mehrtägigen Seminaren werden die Handwerker vertraut gemacht beispielsweise mit altersbedingter physischer Veränderung und Krankheitsbildern bei älteren Menschen, mit der Praxis der Wohnungsanpassung, mit den gesetzlichen Möglichkeiten der Finanzierung und finanziellen Förderung von baulichen  Maßnahmen.

Nach erfolgreicher Teilnahme an einer derartigen Weiterbildung werden die Handwerksbetriebe von der Hessischen Fachstelle für Wohnberatung (HFW) und der jeweiligen Innung zertifiziert.

Alle Handwerksbetriebe in der Region, die sich entsprechend qualifiziert haben, werden hier aufgelistet

Lesen Sie hier in unserer dritten Ausgabe der HandwerkerZEITUNG!